Didáskein = Lehren und Lernen

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Informationen rund um Lehre und Lehrer(aus-)bildung

PISA 2006

Kürzlich wurden die Ergebnisse der dritten internationalen Vergleichsstudie PISA 2006 veröffentlicht, die einen Schwerpunkt auf die Kompetenzmessung in den Naturwissenschaften legte. Wie auch schon tendenziell die übrigen Ergebnisse der PISA-Untersuchungen zeigten, ist die Streuung der Leistungen der 15jährigen Jugendlichen in Deutschland relativ hoch. Gleichzeitig zeigt sich eine leichte Verbesserung auf Kompetenzstufe I oder darunter ab (Deutschland: 15,4% – OECD-Durchschnitt: 19,2%). In den oberen Kompetenzstufen V/VI werden 11,8% der SuS in Deutschland eingeordnet, verglichen mit einem OECD-Durchschnitt von 9%. An der Spitze befindet sich die finnischen SuS, die in ihrer Kompetenzentwicklung ca. 1,5-2 Jahre Vorsprung gegenüber den deutschen SuS haben.

Weitere Informationen:

  • Ergebnisse der Studie sowie Hintergründe zur Entwicklung der Instrumente auf der Seite PISA 2006 des IPN Kiel
  • ein ausführlicherer Bericht zu den Ergebnissen
  • Interview mit dem deutschen PISA-Koordinator Prenzel zu Ergebnissen und Ablauf der Tests

Eingetragen unter:Über den nationalen Tellerrand

Aus dem Seminar: Präsentation Grammar

In der Didaktik des Englischunterrichts fand in den letzten Jahrzehnten ein Wandel statt von einem eher formal (Fokus auf grammatischen Phänomenen) hin zu einem eher funktional (Fokus auf sozialer Interaktion) orientierten Grammatikunterricht. Heute bilden diese beiden Richtungen i.d.R. einen Kompromiss; Gegenstand des Unterrichts ist die Anwendung grammatischer Phänomene in der konkreten Situation.

Ein Beispiel für eine nach diesem Kompromiss vorgehende Methode zur Ersteinführung von Grammatik ist die Erwerbsorientierte Methode nach Ziegésar/Ziegésar. Dieses Modell geht von Parallelen zwischen Erstspracherwerb und gesteuertem Fremdsprachenlernen aus. Aufgabe des Unterrichts sei es, neu zu erlernende grammatische Strukturen unter Bedingungen einzuführen, die denen des Erstspracherwerbs ähnlich seien. Dies soll in vier Phasen geschehen.

In Phase 1, der Demonstration, bettet der Lehrer die neue grammatische Struktur in eine authentische Kommunikationssituation ein (z.B. Reden über eine hypothetische Reise nach Großbritannien), in deren Rahmen sie häufig vorgesprochen wird. In Phase 2 (Verstehen und Reagieren) wird die Struktur weiter mündlich und schriftlich dargeboten, um so die Schüler zu verbalem und nonverbalem Handeln zu veranlassen. Die Struktur wird dabei seitens der Schüler noch nicht benutzt. Dies soll erst in Phase 3 (Reproduzieren) geschehen, allerdings nur in Form einer Wiedergabe mit geringfügigen inhaltlichen Veränderungen. Zu einem aktiven mündlichen und schriftlichen Arbeiten mit der neuen Struktur kommt es dann in Phase 4 (Produzieren).

Als weitere, optionale Phase wird die Bewusstmachung der dem grammatischen Phänomen zugrundeliegenden Regeln genannt, die im Ermessen des Lehrers liege.

Eingetragen unter:(Fach-)didaktik, Aus dem Seminar

Voices from the Classroom: Learning Strategies

Learning strategies are actions and operations learners use to make their learning more successful. They have to organise their learning by making use of particular operations, routines or plans which help them to use materials and to understand and memorise what they have to learn. Some learners are able to use learning strategies more effectively than others as they know which strategy fits a particular learning task. Learner strategies is a term that covers various different methods and techniques students make use of as a way to support their language learning. These strategies can be distinguished into the following categories:

Affective Strategies:

They help to reduce anxiety and to deal with one’s emotions when performing the new language.

Social Strategies:

A means to learn about and understand the other culture which might help to build up intercultural competence.

Cognitive Strategies:

They help learners to process new information and to draw connections to other knowledge, tasks or materials.

Metacognitive Strategies:

They consist of organizational help (like timetables) and reflective ways of finding out about one’s own interests, needs and learning styles as a language learner.

Communication Strategies:

They include guessing unfamiliar words from the context, paraphrasing, gestures and mimics as a helpful way to construct meaning in communication.

Eingetragen unter:(Fach-)didaktik, Aus dem Seminar

Aus dem Seminar: Instruktionismus vs. Konstruktivismus

Die Instruktion ist die traditionelle Methode des Unterrichtens im schulischen Kontext. Der Lehrer präsentiert das Wissen meistens in Form von Frontalunterricht. Der Lehrer fungiert als Wissensvermittler und ist sehr produkt- und quantitätsorientiert. Es wird Schulbuch orientiert gearbeitet, auf Grundfertigkeiten, sowie Phonetik und Vokabeln wird besonderen Wert gelegt. Obwohl diese Methode noch immer das momentane Geschehen in den Klassenzimmern bestimmt, gibt es viele Kritiker, die diese Methode für überholt halten. Der Instruktion als Methode des Wissenserwerbs wird die Förderung des selbstverantwortlichen und autonomen Wissenserwerbs gegenübergestellt, dass als der heutigen Gesellschaft angemessener empfunden wird, da es bei der Ausbildung kooperativ und selbstständig handelnder Menschen hilft. Der klassischen Vorstellung des Lernens durch Instruktion wird somit eine neue Auffassung des Lernens durch Konstruktion entgegengestellt.

Der Konstruktivismus besagt, dass das Wissen auf der Basis des Aushandelns von Bedeutungen in effektiven Lernumgebungen konstruiert wird. Dabei hängt das, was der Lernende lernt von seinen Erfahrungen und seiner individuellen Wahrnehmung ab. Der Lehrer nimmt dabei keine unterweisende, sondern eine beratende Rolle an, in der gemeinsam mit den Schülern Wissen entwickelt wird. Diese Lerntheorie erlaubt den Schüler selbst aktiv zu sein und nimmt ihnen die Angst vorm Versagen, da sie Fehler nicht als mangelhaftes Lernen, sondern Entwicklungsprozess anerkennt (Hypothesentesten).

Vertreter des Konstruktivismus gehen davon aus, dass Wissen durch das Aushandeln von Bedeutungen konstruiert wird. Dabei werden zwei wichtige Bereiche berücksichtigt: Die Lerner und Lehrer und die Kommunikation, die zwischen ihnen stattfindet. Er wird von zwei Sehweisen bestimmt: Die externalistische Sehweise besagt, dass Unterricht planbar und nachvollziehbar ist und von den Lehrenden begründet wird. Die internalistische Sehweise berücksichtigt den Lerner und seine Vorgänge im Kopf. Der Konstruktivismus wird weiterhin in zwei Hauptrichtungen unterteilt: Der radikale Konstruktivismus, auch constructivism genannt, geht davon aus, dass Wissen nicht passiv aufgenommen wird, sonder vom Lernen aktiv aufgebaut wird. Dieser Vorgang ist adaptiver Art und dient der Organisation der Erfahrungswelt. Diese Form des Konstruktivismus ist rein pragmatisch zu sehen und wird von der Viabilität bestimmt. Der soziale Konstruktivismus (constructionism) zielt auf die sozialen Beziehungen, in denen das Aushandeln von Bedeutungen stattfindet. Die Grenzen zwischen diesen Hauptformen sind fließend. Ziel der konstruktivistischen Didaktik ist es, das individuelle Wissen der Lernenden den allgemein anerkannten und gültigen Ansichten der Gesellschaft anzunähern.

Der Ursprung dieser Theorie liegt in der Philosophie. Der radikale Konstruktivismus postuliert, dass es keine Wirklichkeit gibt, außerhalb des Menschen, der sie wahrnimmt. Für das Lernen bedeutet das, dass die Wirklichkeit immer nur subjektiv von jeden Menschen konstruiert wird, und damit nur subjektiv in seinem Gehirn existiert. Der Lerner baut sein Wissen auf bestehendes Wissen auf, der dabei stattfindende Lernprozess baut sich allein auf das schon angesammelte Wissen auf und wird auf dieser Grundlage individuell gesteuert. Daraus resultiert ein individuelles Lernergebnis für jeden einzelnen Lerner. Trotz dieser auf Individualität basierenden Theorie, ist Gemeinschaft notwendig. Der Mensch als soziales Wesen braucht die Gemeinschaft, diese kann aber nur funktionieren, wenn jedes Mitglied sein individuelles Wissen teilt und somit zum Wissen der Gemeinschaft macht.

Eingetragen unter:(Fach-)didaktik, Aus dem Seminar

Quote of the Month

The secret in education lies in respecting the student. Ralph Waldo Emerson (1803-1882)

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