Die Instruktion ist die traditionelle Methode des Unterrichtens im schulischen Kontext. Der Lehrer präsentiert das Wissen meistens in Form von Frontalunterricht. Der Lehrer fungiert als Wissensvermittler und ist sehr produkt- und quantitätsorientiert. Es wird Schulbuch orientiert gearbeitet, auf Grundfertigkeiten, sowie Phonetik und Vokabeln wird besonderen Wert gelegt. Obwohl diese Methode noch immer das momentane Geschehen in den Klassenzimmern bestimmt, gibt es viele Kritiker, die diese Methode für überholt halten. Der Instruktion als Methode des Wissenserwerbs wird die Förderung des selbstverantwortlichen und autonomen Wissenserwerbs gegenübergestellt, dass als der heutigen Gesellschaft angemessener empfunden wird, da es bei der Ausbildung kooperativ und selbstständig handelnder Menschen hilft. Der klassischen Vorstellung des Lernens durch Instruktion wird somit eine neue Auffassung des Lernens durch Konstruktion entgegengestellt.
Der Konstruktivismus besagt, dass das Wissen auf der Basis des Aushandelns von Bedeutungen in effektiven Lernumgebungen konstruiert wird. Dabei hängt das, was der Lernende lernt von seinen Erfahrungen und seiner individuellen Wahrnehmung ab. Der Lehrer nimmt dabei keine unterweisende, sondern eine beratende Rolle an, in der gemeinsam mit den Schülern Wissen entwickelt wird. Diese Lerntheorie erlaubt den Schüler selbst aktiv zu sein und nimmt ihnen die Angst vorm Versagen, da sie Fehler nicht als mangelhaftes Lernen, sondern Entwicklungsprozess anerkennt (Hypothesentesten).
Vertreter des Konstruktivismus gehen davon aus, dass Wissen durch das Aushandeln von Bedeutungen konstruiert wird. Dabei werden zwei wichtige Bereiche berücksichtigt: Die Lerner und Lehrer und die Kommunikation, die zwischen ihnen stattfindet. Er wird von zwei Sehweisen bestimmt: Die externalistische Sehweise besagt, dass Unterricht planbar und nachvollziehbar ist und von den Lehrenden begründet wird. Die internalistische Sehweise berücksichtigt den Lerner und seine Vorgänge im Kopf. Der Konstruktivismus wird weiterhin in zwei Hauptrichtungen unterteilt: Der radikale Konstruktivismus, auch constructivism genannt, geht davon aus, dass Wissen nicht passiv aufgenommen wird, sonder vom Lernen aktiv aufgebaut wird. Dieser Vorgang ist adaptiver Art und dient der Organisation der Erfahrungswelt. Diese Form des Konstruktivismus ist rein pragmatisch zu sehen und wird von der Viabilität bestimmt. Der soziale Konstruktivismus (constructionism) zielt auf die sozialen Beziehungen, in denen das Aushandeln von Bedeutungen stattfindet. Die Grenzen zwischen diesen Hauptformen sind fließend. Ziel der konstruktivistischen Didaktik ist es, das individuelle Wissen der Lernenden den allgemein anerkannten und gültigen Ansichten der Gesellschaft anzunähern.
Der Ursprung dieser Theorie liegt in der Philosophie. Der radikale Konstruktivismus postuliert, dass es keine Wirklichkeit gibt, außerhalb des Menschen, der sie wahrnimmt. Für das Lernen bedeutet das, dass die Wirklichkeit immer nur subjektiv von jeden Menschen konstruiert wird, und damit nur subjektiv in seinem Gehirn existiert. Der Lerner baut sein Wissen auf bestehendes Wissen auf, der dabei stattfindende Lernprozess baut sich allein auf das schon angesammelte Wissen auf und wird auf dieser Grundlage individuell gesteuert. Daraus resultiert ein individuelles Lernergebnis für jeden einzelnen Lerner. Trotz dieser auf Individualität basierenden Theorie, ist Gemeinschaft notwendig. Der Mensch als soziales Wesen braucht die Gemeinschaft, diese kann aber nur funktionieren, wenn jedes Mitglied sein individuelles Wissen teilt und somit zum Wissen der Gemeinschaft macht.
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